Afghanistan-Aufnahmen beim Bundesverfassungsgericht

Nach einer Zwischenstation beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg ist jetzt eines der Verfahren um die Erteilung von Aufnahmezusagen und Einreisevisa an afghanische Staatsangehörige beim Bundesverfassungsgericht gelandet. Die Gesellschaft für Freiheitsrechte e.V. berichtet am 30. September 2025 in einer Pressemitteilung über die von ihr unterstützte Verfassungsbeschwerde, in der auch ein Eilantrag auf Erteilung vorläufiger Einreisevisa für einen afghanischen Richter und seine Familie gestellt wurde. Eine Zusammenfassung der in der Verfassungsbeschwerde vorgebrachten Argumente gibt es ebenfalls.

Vor dem Hintergrund der in Pakistan stattfindenden Abschiebungen afghanischer Staatsangehöriger wird dem Eilrechtsschutz in diesem Verfahren eine besondere Bedeutung zukommen, was die Zusammenfassung der Verfassungsbeschwerde (siehe oben) auch betont. Spannend ist, dass in dem Verfahren eine Aufnahmeerklärung gemäß § 22 S. 2 AufenthG erteilt wurde, die aus der Sicht des Oberverwaltungsgerichts (aus der Pressemitteilung des Gerichts vom 1. September 2025 geht hervor, dass es sich vermutlich um das mit Beschluss vom 28. August 2025 (Az. 6 S 47/25) entschiedene Verfahren handelte) einen „rein innerbehördlichen Charakter“ ohne jegliche Außenwirkung haben soll.

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

  • Neue EU-Rückführungsverordnung: Was man wissen muss

    Die neue EU-Rückführungsverordnung setzt gewissermaßen einen Schlussstein unter die Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems, die 2024 mit der Verabschiedung des GEAS-Reformpakets ihren Höhepunkt erreicht hat. Wenngleich die Rückführungsverordnung formal nicht Bestandteil gerade des Gemeinsamen Asylsystems ist, sondern allgemeiner zum Europäischen Migrationsrecht zu zählen ist, bestehen zahlreiche Verbindungen zwischen den beiden Regelungsbereichen. Diese Einführung ist der… Weiterlesen..

  • Serbien: Unzulässige Haft und Zurückschiebung von Asylsuchenden an der Grenze

    In dem Fall von zwei afghanischen Beschwerdeführenden, die Anfang 2017 nach Grenzübertritt in Serbien inhaftiert und ohne individuelle Prüfung ihrer Asylanträge nach Bulgarien zurückgeschoben wurden, hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in seinem Urteil vom 3. Februar 2026 (Az. 57175/17), O.H. u.a. gg. Serbien eine Verletzung des Zurückweisungsverbots nach Art. 3 EMRK, des Rechts… Weiterlesen..

  • Aktuelle Gesetzgebung im Herbst 2026

    Herbstzeit ist Erntezeit, und das gilt auch für die Tätigkeit des Gesetzgebers. Was liegt näher als ein kurzer Überblick über neue gesetzliche Regelungen aus Europa und Deutschland im Migrations- und Flüchtlingsrecht. Europa Der wohl endgültige deutschsprachige Entwurfstext der neuen EU-Rückführungsverordnung wurde am 16. September 2026 in einem EU-Ratsdokument veröffentlicht. Der EU-Ministerrat wurde gebeten, die Verordnung… Weiterlesen..

ISSN 2943-2871