Rechte Narrative jetzt auch im Süden

In der Online-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung beklagt am 17. Mai 2026 (Paywall) Thomas Kirchner, dass es in der Asyl- und Migrationspolitik für nationale Politiker kaum noch möglich sei, „das Ruder maßgeblich herumzuwerfen“, auch wenn sie dafür „ein klares Mandat der Bürger“ erhalten hätten. Die Politiker sähen sich „einem Netz aus internationalen Regeln und Konventionen“ gegenüber, über deren Auslegung „am Ende nicht sie, sondern Richter entscheiden“.

Man nennt es Rechtsstaat, und für das unreflektierte Nachplappern rechter Narrative braucht es die SZ eigentlich nicht. Wie wäre es stattdessen mit einem Artikel darüber, wie Medien vermeintlich „klare Mandate“ konstruieren, die es tatsächlich gar nicht gibt, und warum es offenbar so schwer ist, guten Journalismus zu machen, der sich mit Asyl- und Migrationspolitik befasst?

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ISSN 2943-2871