Vermischte Nachrichten KW 10/2026

  • Einem Medienbericht vom 3. März 2026 zufolge sind vor deutschen Verwaltungsgerichten mittlerweile rund 500 Klagen gegen den Widerruf von Afghanistan-Aufnahmezusagen anhängig. Die Aussage bezieht sich offenbar auf die Antwort der Bundesregierung auf eine Frage der Bundestagsabgeordneten Clara Bünger (Plenarprotokoll 21/58 vom 25. Februar 2026, Seite 7012), wonach mit Stand 19. Februar 2026 369 Verfahren beim Verwaltungsgericht Berlin und 58 Verfahren beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg anhängig waren, außerdem 44 Verfahren beim Verwaltungsgericht Ansbach und 30 Verfahren beim Verwaltungsgerichtshof München.
  • Ausgabe 1/2026 der ANA-ZAR (Anwaltsnachrichten Ausländer- und Asylrecht) ist jetzt online und bietet auf 12 Seiten zahlreiche Beiträge und Berichte vor allem zu aktueller migrationsrechtlicher Rechtsprechung.
  • Die Deutsche Richterzeitung hat laut einem Medienbericht vom 4. März 2026 einmal wieder eine statistische Auswertung zur Zahl der Klagen von Schutzsuchenden vor deutschen Verwaltungsgerichten erstellt, die, welch Wunder, schlimme Zustände offenbart. 2025 sind 143.221 Klagen gegen Asylbescheide eingegangen und offenbar entscheidet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge immer schneller, aber offenbar nicht auch immer besser. Natürlich, so der Deutsche Richterbund, fehlt es an Verwaltungsrichtern.
  • Am 4. März 2026 hat das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg seinen Geschäftsbericht 2025 vorgestellt, in dem der Präsident des Gerichts unter anderem von seiner Sorge berichtet, dass das Inkrafttreten der GEAS-Reform zur Jahresmitte im Asylbereich deutliche Änderungen im Rechtsschutzsystem mit sich bringen wird, so dass eine Vielzahl neuer Fragestellungen zu bewältigen sein wird. Außerdem enthält der Bericht zahlreiche Statistiken sowie einen Ausblick über einige 2026 zur Entscheidung anstehende Verfahren, darunter zu ersten Hauptsacheverfahren, in denen es um Afghanistan-Aufnahmeerklärungen geht (S. 16), und zu dem Konflikt mit dem Verwaltungsgericht Berlin über die Gewährung internationalen Schutzes für russische Staatsangehörige wegen drohender Einziehung zum Wehrdienst (S. 18).

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

  • Neue EU-Rückführungsverordnung: Was man wissen muss

    Die neue EU-Rückführungsverordnung setzt gewissermaßen einen Schlussstein unter die Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems, die 2024 mit der Verabschiedung des GEAS-Reformpakets ihren Höhepunkt erreicht hat. Wenngleich die Rückführungsverordnung formal nicht Bestandteil gerade des Gemeinsamen Asylsystems ist, sondern allgemeiner zum Europäischen Migrationsrecht zu zählen ist, bestehen zahlreiche Verbindungen zwischen den beiden Regelungsbereichen. Diese Einführung ist der… Weiterlesen..

  • Serbien: Unzulässige Haft und Zurückschiebung von Asylsuchenden an der Grenze

    In dem Fall von zwei afghanischen Beschwerdeführenden, die Anfang 2017 nach Grenzübertritt in Serbien inhaftiert und ohne individuelle Prüfung ihrer Asylanträge nach Bulgarien zurückgeschoben wurden, hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in seinem Urteil vom 3. Februar 2026 (Az. 57175/17), O.H. u.a. gg. Serbien eine Verletzung des Zurückweisungsverbots nach Art. 3 EMRK, des Rechts… Weiterlesen..

  • Aktuelle Gesetzgebung im Herbst 2026

    Herbstzeit ist Erntezeit, und das gilt auch für die Tätigkeit des Gesetzgebers. Was liegt näher als ein kurzer Überblick über neue gesetzliche Regelungen aus Europa und Deutschland im Migrations- und Flüchtlingsrecht. Europa Der wohl endgültige deutschsprachige Entwurfstext der neuen EU-Rückführungsverordnung wurde am 16. September 2026 in einem EU-Ratsdokument veröffentlicht. Der EU-Ministerrat wurde gebeten, die Verordnung… Weiterlesen..

ISSN 2943-2871